Medikamentöser Schwangerschaftsabbruch

Mit 64% der Schwangerschaftsabbrücheist der medikamentöse Abbruch die am häufigsten in der Schweiz angewandte Methode eine Schwangerschaft zu beenden. Die Methode kann an vielen Orten wie Spitälern, Kliniken und Praxen ambulant durchgeführt werden. Die Anlaufstellen sind Spitäler, Frauenärzte/-ärztinnen und Familien- oder Jugendberatungsstellen.

Beim medikamentösen Schwangerschaftsabbruch handelt es sich um ein Zusammenspiel zweier Präparate: Dem Antistagen Mifespristone (1) und dem Prostaglandin Misoprostol (2).

Mifespristone (1) blockiert die Sekretion der körpereigenen Schwangerschaftshormone und stopptdie Weiterentwicklung des Fötus. Die Gebärmutter wird sozur Ausstossung der Frucht vorbereitet. Zur Einleitung der Ausstossung und um die körpereigenen Hormone der Patientin zu unterstützen, wird dann Misoprostol (2) eingesetzt.

Der Ablauf ist folgender: Die Patientin nimmt bei der ersten Konsultation Mifespristone (1) ein. Zwei Tage später wird das Misoprostol (2) vaginal eingeführt. Dieses löst die Wehen aus und bewirkt, das nach wenigen Stunden der Embryo unter mehr oder weniger starken Krämpfen (etwa 20% der Frauen haben keine oder kaum Krämpfe, 20% sehr starke, 60% tolerierbare) ausgestoßen wird. Es folgen meist recht heftige Blutungen, die 10-20 Tage andauern können. Während der folgenden Konsultation muss die vollständige Ausstossung mit Ultraschall überprüft werden, um einer Infektionsgefahr vorzubeugen, die eine spätere Schwangerschaft gefährden könnte. Falls sich die Gebärmutter nicht vollständig entleert hat, muss zusätzlich abgesaugt und abgeschabt werden.

Die medikamentöse Methode gilt als sehr sicher und ist in 95% - 98% der Fälle erfolgreich. Sie kann von der 5. Woche, nachdem das Eibläschen als sicheres Zeichen einer Schwangerschaft im Ultraschall sichtbar wird, bis zur 9. Woche vorgenommen werden, wobei mit zunehmender Schwangerschaftsdauer mit stärkeren Krämpfen zu rechnen ist. Allerdings wird der medikamentöse Schwangerschaftsabbruch nur bis zum 49. Tag von den Krankenkassen vergütet. Sie kommt also für Frauen in Frage, die sich schnell für einen Abbruch entscheiden.

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