Rechtliche Situation beim Schwangerschaftsabbruch in der Schweiz

Legal ist ein Abbruch, wenn er nach ärztlichem Urteil notwendig ist, damit von der schwangeren Frau die Gefahr einer schwerwiegenden körperlichen Schädigung oder einer schweren seelischen Notlage abgewendet werden kann. Wenn dieser Sachverhalt ärztlich oder psychiatrischgewährleistet wird, gilt ein Schwangerschaftsabbruch als legal und die Kosten werden von der Krankenkasse übernommen. Dies wird so im Artikel 119.1 ausgedrückt.

Eine klar liberalere Situation zugunsten der Selbstbestimmung der Frau brachte die Fristenregelung, die seit Oktober 2002 in der Schweiz gilt. Diese sagt aus, dass Abtreibungen in den ersten zwölf Wochen nach einer ausführlichen Beratung mit dem Arzt / der Ärztin, in der die Patientin eine Notlage geltend macht, erlaubt sind (Art. 119.2). In der Praxis ist die Begründung einer solchen Notlage für die Frau relativ unkompliziert.

Schwangerschaften, welche die zwölfwöchige Frist überschreiten unterliegen wieder Artikel 119.1. Dann gilt, je fortgeschrittener eine Schwangerschaftist, desto gravierender müssen die Gründe für einen legalen Abbruchsein.

Alle Schwangerschaftsabbrüchemüssenzu statistischen Zwecken gemeldet werden (Art.119.5). Dabei wird diese Meldung anonym gehandhabt und unterliegt dem Arztgeheimnis. Das gilt auch bei minderjährigen Frauen. Der gleichen Schweigepflicht sind auch die Krankenkassen unterworfen.

Die Fristenregelung hat nicht, wie ihre Kritiker vermutet haben, ein Ansteigen derSchwangerschaftsabbrüchegebracht, vielmehr ist die Zahl der Abbrüche von 12‘312 im Jahr 2000 auf 11‘079 im Jahr 2011 zurückgegangen. Die Schweiz hat damit gesamteuropäisch die tiefste Rate. Gründe dafür sind das liberale Gesetz, der im Lehrplan der Schulen verankerte Sexualkundeunterricht und gut zugängliche Verhütungsmittel.

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